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Zwei bedrohte Tierarten brauchen Hilfe

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Gesellschaft der deutschsprachigen Odonatologen (GdO) haben die Schwarze Heidelibelle (Sympetrum danae) zur Libelle des Jahres 2019 gekürt. Ziel ist, auf die Vielfalt der Arten und ihre Bedrohung aufmerksam zu machen – denn 48 der insgesamt rund 80 heimischen Libellenarten stehen auf der Roten Liste gefährdeter Insekten. Zusammen mit der Naturschutzstiftung des nordrhein-westfälischen BUND-Landesverbandes hat der BUND auch den Schmetterling des Jahres 2019 gekürt, und zwar den Schachbrettfalter (Melanargia galathea). Beide Tiere wollen wir hier kurz vorstellen. 

 

Schachbrettfalter

„Mit der Auszeichnung möchten wir auf die Bedrohung der Schmetterlingsart durch die intensive Landwirtschaft aufmerksam machen“, sagt Jochen Behrmann von der BUND-NRW Naturschutzstiftung. Entscheidend für das Vorkommen der Schmetterlinge sind nährstoffarme blütenreiche Wiesenbereiche, die bis Ende Juli noch nicht gemäht wurden.

Denn nur dort lassen die Weibchen ihre Eier einzeln zu Boden fallen, teilweise während des Fluges. Aufgrund von Düngung und einer frühen Mahd sind solche Wiesen heute in vielen Teilen Deutschlands zu selten geworden. Der Schachbrettfalter besitzt ein einzigartiges Muster auf seinen Flügeln, das ihm seinen Namen gegeben hat. Die Flügel des Schmetterlings sind auf der Oberseite schwarz oder dunkelbraun und weiß gefärbt und wirken wie ein Schachbrett. Die Unterseite der Flügel ist weniger kontrastreich und zeigt mehrere schwarzbraune und weiße Augenflecken. Die Schmetterlinge haben eine Spannweite von 40 bis 50 Millimetern und gehören damit zu den mittelgroßen Faltern. 

 

Schwarze Heidelibelle 

Die Schwarze Heidelibelle ist die kleinste der heimischen Großlibellen und ein selten werdender Schatz der deutschen Landschaft. Sie steht als Symbol nicht nur für die bedrohten Moorgewässer Deutsch- lands, sondern auch für die Notwendigkeit eines starken nationalen Artenschutzes jenseits der gesamteuropäischen Schutzbemühungen. Vor allem die rasante Abnahme von noch vor wenigen Jahren häufigen Arten ist kritisch und fordert besondere Aufmerksamkeit, um die Ursachen zu erkennen und Gegenmaßnahmen einzuleiten. 

Die Schwarze Heidelibelle ist aufgrund ihrer geringen Größe und der namensgebenden Schwarzfärbung der erwachsenen Männchen unverwechselbar. Noch vor wenigen Jahren war die Art weit verbreitet und vielen Menschen bekannt. Heute steht sie jedoch in vielen Roten Listen der Bundesländer und gilt dort oft als gefährdet oder musste in die Vorwarnliste aufgenommen werden. Die genauen Gründe für den starken Rückgang der Schwarzen Heidelibelle sind nicht bekannt. Die Forscher der GdO vermuten eine Kombination aus verschiedenen Ursachen wie der zunehmenden Anreicherung der Gewässer mit Stickstoff aus Abgasen und Düngemitteln, Einflüsse des Klimawandels und direkte Lebensraumverluste.