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Deichschafe Edeka Meyers Neumünster

Deichschafe – mehr als nur geschmacklich gut

Rund um Ostern ist das Lamm in aller Munde. Doch ist es wichtig, das Schaf auch einmal in alle Köpfe zu bringen. Denn dann kommt es nicht nur auf den Tisch, sondern auch auf den Deich. Also befassen wir uns in dieser Ausgabe mit den friedlichen Tieren. Außerdem drehen wir den Spieß um und fragen nicht, was wir für die Umwelt tun können, sondern was die Umwelt in diesem Falle für uns tut. Und die Schafe machen da ganz schön viel. 

Zunächst sind die Tiere natürlich enorme Rohstofflieferanten. Sie geben uns Wolle, Milch und daraus erzeugten Käse oder Fleisch. Letzteres ist dieser Tage mehr gefragt denn je. Kaum ein Gericht ist so der Tradition behaftet wie das Osterlamm. Und doch können die flauschigen Vierbeiner noch so viel mehr. Jedes Jahr im Frühling – kurz vor Ostern – werden die Schafe gemeinsam mit ihren Lämmern auf die Deiche an den Küsten gelassen, auf denen sie fressen und zeitgleich ihre wichtige Arbeit verrichten. Die Deichschafe, welche übrigens keine eigene Rasse darstellen, sondern den robusten Texel-Schafen, Suffolk, Schwarzkopf oder Kreuzungen daraus entstammen, sorgen dafür, dass die Deiche an unseren Küsten so haltbar sind wie möglich. 

Sie halten die Grasnarbe kurz, treten mit ihren Hufen die Erde fest und füllen mit ihren Hinterlassenschaften sogar gefährliche Maulwurfslöcher – das schafft in dieser Form keine Maschine. Aus diesen Gründen haben die Tiere ihre Beinamen erhalten. „Trippelwalze“ entspringt der Tatsache, dass Schafe mit ihren zwei Zentnern Gewicht, verteilt auf die vier Paarhufe, ebenso effizient arbeiten wie eine Wiesenwalze mit dreitausend Kilogramm je Meter Arbeitsbreite – das hat tatsächlich einmal jemand errechnet. „Deichbeamte“ bezieht sich womöglich auf das geruhsame Verrichten ihrer Arbeit – doch das ist nicht bestätigt. 

Die Idee, Schafe für den Deichschutz einzusetzen, ist noch gar nicht so alt. Im 19. Jahrhundert erkannten Deichgrafen, dass die dünnen Hammelbeine besser sind als jede Stampfwalze und ihr Hunger mehr schafft als jeder Mäher. Bevor man jedoch erkannte, dass die heute eingesetzten Rassen die richtigen für den Deichschutz sind, versuchte man es mit heimischen Heidschnucken. Denen aber war es zu nasskalt und windig. Die heutigen tierischen Deichbewohner dagegen halten es eher mit dem Spruch: „Wind haben wir erst, wenn wir keine Locken mehr haben.“ Und so sind diese sanften Mäher seither Jahr für Jahr für unseren Schutz im Einsatz.

Aber auch der Mensch kann seinen Beitrag leisten und zumindest dafür sorgen, dass die Schafe auch in Zukunft in Ruhe ihrem Dienst nachgehen können. Das beginnt schon beim Anleinen der Hunde. Schafe fürchten sich vor Hunden und können auf der Flucht in Erdlöchern oder Prielen stecken bleiben und schlimmsten- falls ertrinken. Eine Vielzahl erst kürzlich erstellter Hinweisschilder weist auf diesen Umstand hin.